Wenn der Ofen aus ist…

Kennst du das Gefühl, wenn du morgens aufwachst und dich fragst, ob du vergangene Nacht überhaupt geschlafen hast, und nach dem Aufstehen nicht in die Gänge kommst? Du dich komplett ausgelaugt fühlst, keine Energie hast. Beim ersten Gedanken an die Arbeit ein Unwohlsein in dir aufkommt, ein Gefühl das dir sagt, dass das doch nicht alles sein kann! Dich die kleinsten Dinge nerven, deine Kollegen deine verbleibende Energie zusätzlich rauben und dich weiter runterziehen, du eigentlich keine Leute sehen willst, dich am liebsten alleine im Keller verstecken möchtest. Deine Konzentration praktisch nicht vorhanden ist, dir die einfachsten Aufgaben schwer fallen und von Motivation brauchen wir gar nicht erst reden. Der einziger Wunsch ist es, nur noch hier rauszukommen.

nebel wald

Ich weiß, dass viele schon in solchen Situation waren und mit Sicherheit im Augenblick auch sind. Aber wie kommt man eigentlich in so eine Negativspirale und was gibt es für Möglichkeiten da wieder rauszukommen. Warum schreibe ich eigentlich drüber? Das liegt auf der Hand, weil ich mich grad selber mitten drinnen befinde, oder besser gesagt, sehr weit unten!

Mein Ofen ist aus, mein Energielevel im Keller, ich kann nicht mehr und eigentlich will ich auch nicht mehr!
Aber wie bin ich eigentlich da gelandet wo ich gerade stehe? Meine Arbeit ist sicher nicht leicht, ein enormes Stundenpensum, permanenter Stress und Druck, volle Konzentration ist gefragt und das über mehrere Stunden am Stück und viele Meter zum Laufen. Es soll alles immer schneller gehen, alles sofort erledigt werden, am besten gestern, hab das Gefühl, die Leute glauben wenn sie Essen gehen, sind sie die einzigen im Restaurant. Die Wertschätzung und Dankbarkeit wird immer weniger, und ich rede nicht von Trinkgeld. Nein ich meine, dem Servicepersonal seine Aufmerksamkeit zu schenken, einfach freundlich sein und nicht von oben herab mit den Kellnern zu reden, mal das Handy weglegen und sich aufs Hier und Jetzt zu konzentrieren. Das Essen zu genießen und nicht nur als pflichterfüllende Nahrungsaufnahme zu sehen.
All das zusammen, macht es einfach immer schwieriger und kostet immer mehr Kraft. Jetzt bin ich an einem Punkt wo ich einfach keine Kraft mehr habe! Ein Punkt wo mir die Leute einfach schon egal sind, ob sie jetzt glücklich nach Hause gehen oder nicht, weil im Grunde kann man’s Ihnen eh nicht recht machen. Dem einen gehts zu schnell, dem anderen zu langsam, die eine fühlt sich vernachlässigt, die andere vom Servicepersonal regelrecht gedrängt noch etwas zu konsumieren. Wie du es machst, ist es falsch, und darauf hab ich einfach keine Lust mehr!

Ok jetzt bin ich schon in dieser Situation, zu erst sieht man sich gefangen, Schockstarre, erkennt keinen Ausweg, keine Möglichkeit zu entkommen, ABER es gibt Mittel und Wege, das ganze erträglicher zu machen, vielleicht sogar leichter. Aber erwarte nicht, das es leicht ist, nein, es ist harte Arbeit an dir selbst, jeden Tag. Manchmal klappt es besser, manchmal weniger, das sind dann die Tage, wo mir besser niemand in die Quere kommen sollte und ich mal wieder in den Keller schreien geh!

Mit meiner Therapeutin, habe ich in mehreren Monaten Zusammenarbeit, einige Dinge erarbeitet, um mir das Leben zu erleichtern. Vielleicht helfen dir diese Methoden auch in einer gewissen Weise, besser damit umzugehen.

  • Die Erwartungshaltung zurückschrauben; Du darfst nicht erwarten, dass deine Kollegen so denken wie du, dass andere die selben Gedankengänge haben, die gleiche Sichtweise und genauso wie Du an das Problem herangehen. Erwarte von Kunden und Gästen nicht, dass sie dich freundlich, nett und respektvoll behandeln, du weißt nicht was bei Ihnen im Leben gerade passiert. Aber sei dankbar, für alle positiven Momente und freu dich um so mehr, wenn deine Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen werden. Das bewahrt dich auch vor großen Enttäuschungen, einfach die Erwartungen an andere nicht so hoch ansetzen.
  • Emotional Distanzieren; Nimm dir die Dinge nicht so zu Herzen, steiger dich nicht zu sehr in die Emotion hinein. Versuch drüber zu stehen. Auch wenn es schwer fällt. Sieh es so wie es (meistens) ist, nämlich dass es nicht dein Unternehmen ist, du NUR Mitarbeiter bist. Versuch nicht die anderen zu ändern, denn das funktioniert nicht, sondern richte deine Energie auf dich und deinen Blickwinkel. Probier dich in emotionalen Situationen, mal in die Beobachterrolle zu versetzen. Spür in deinen Körper hinein, wo nimmst du die Aggression und die Wut wahr, verändert sie sich plötzlich durch deine bewusste Aufmerksamkeit?! Unterdrück die Emotion nicht, sondern lass sie sein und beobachte sie. Werde zum Beobachter deiner eigenen Emotionen.
  • Raus aus der Situation; In manchen Augenblicken hab ich das Gefühl, das mich das Aggressionsgefühl einfach erdrückt. Dann ist es völlig in Ordnung, aus der Situation raus zugehen, in einen anderen Raum, die Augen zu schließen und tief durchzuatmen. Mehrmals! Du merkst schnell, wie das Gefühl weniger wird oder sogar komplett verschwindet. Kurze Auszeiten sind Okay, nimm sie dir wenn du sie brauchst!
  • Den Einsatz verringern; Damit ist nicht gemeint, dass ich nicht mehr für mein Geld arbeiten will. Aber es ist völlig in Ordnung, statt der 120% die von dir erwartet werden, auch mal nur 70% zu geben. Ruhiger an die Sache herangehen, mit mehr Übersicht und Kontrolle, mit mehr Selbstsicherheit. Sich andauernd an seiner Grenze der Belastbarkeit zu bewegen oder gar darüber hinaus, macht auf Dauer krank. Seit ich weniger hektisch durch die Gegend laufe und eingesehen habe, dass es besser ist eine Sache nach der anderen zu machen, anstatt drei gleichzeitig, hab ich den Stress reduzieren können, die Qualität meiner Arbeit erheblich steigern können, bei minimiertem Energieeinsatz. Und das schöne ist, sogar mein Umfeld bemerkt meinen Wandel. Auch wenn der Weg dahin nicht leicht war, es sind diese Erfahrungen an denen wir wachsen und reifen.

sonnenaufgang 2

An manchen Tagen wird es dir leichter fallen, an manchen schwerer. Aber sobald du anfängst umzudenken, deine Sichtweise zu ändern, wirst du Veränderungen spüren und erleben. Arbeite an dir, jeden Tag. Mentale Stärke muss man sich antrainieren, genauso wie man seine Muskeln im Fitnessstudio trainieren muss um körperlich stärker zu werden, und das braucht auch Zeit und Geduld.
Fang mit kleinen Schritten an und die großen Erfolge werden nicht lange auf sich warten.
Je weniger emotionale Energie du verschwendest, desto mehr körperliche Energie wirst du haben. Zieh dich nicht selber runter und mach dich nicht kleiner als du bist, sei stark im Kopf und du wirst auch diese Hürde meistern!

euer Flo

 

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