Kaffeegenuss 2.0

Da wir ja mittlerweile leidenschaftlicher Kaffeetrinker sind (es zeigen sich schon erste Anzeichen von Suchtverhalten), trinken wir viel und probieren auch gerne mal neue Sachen aus.
Seit einiger Zeit nehme ich, Flo, Klavierunterricht und jedes mal am Weg dort hin, bin ich an so ner kleinen Espressobar vorbei gegangen. Bei den ersten beiden Malen dachte ich noch so „hmm, na ich weiß nicht“, „den Kaffeenamen hab ich noch nie gehört“, „vielleicht beim nächsten Mal dann“!
Irgendwann bin ich dann doch rein, hab mir nen doppelten Espresso bestellt, und aus der Sicht eines Kaffeejunkies war’s die beste Entscheidung seit langem!

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Die AKRAP Espressobar in der Königsklostergasse 7, im sechsten Wiener Bezirk, einer Seitengasse der Mariahilferstraße. Wenn man von aussen reinschaut, fast unscheinbar. Ein paar Stehtische, ein Regal mit Kaffee und Getränken, ne kleine Ecke zum Sitzen und eine Bar. Erinnert irgendwie an so ein typische Espressobar in Rom oder Mailand, aber gemütlicher, freundlicher, authentischer und eben in Wien.

Der Kaffee?! Wahnsinn! Ich hab mich verliebt, wieder einmal. Angeboten werden 4 Sorten. Mt. Elgon (100% Arabica, Uganda), Ipanema (100% Arabica, Brasilien), Savannah (70/30 Arabica/Robusta, Uganda) und Siciliano (60/40 Arabica/Robusta, Brasilien und Afrika).
Aber was macht den Kaffee jetzt so besonders?! Die Qualität, der Geschmack und das ganze drumherum.

Der Mt. Elgon, fruchtig und süß, dennoch ein kräftiges Kaffeearoma. Mich erinnert der Geschmack ein wenig an Weintrauben. Keine Säure. Einfach sehr angenehm zu trinken, gerne auch ne große Tasse oder ne Zweite davon.
Für zu Hause haben wir jetzt den Ipanema in Verwendung. Schokoladig, nussig, kräftig. Für uns der perfekte Kaffee. Es ist beinahe so, als hätte man ne dunkle Zartbitter Schokolade in der Tasse, mit ner Extraportion Koffein. Diesen Kaffee morgens und der Tag fängt schon super an. Wobei er sich auch nach dem Essen oder am Nachmittag sehr gut trinkt. ;-)

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Also wer gerne Kaffee trinkt, auf der Suche nach etwas außergewöhnlichem ist, der ist in der AKRAP Espressobar genau an der richtigen Adresse. Barista Alexander, ein Meister an der Siebträgermaschine, versüßt dir den Aufenthalt meist noch mit netten Gesprächen. Vielen Dank auch an dich!

Gut. An dieser Stelle könnte ich auch aufhören zu schreiben und mich verabschieden. Was mich aber neben dem Kaffee noch begeistert hat, ist das Konzept und die Idee hinter AKRAP Kaffee. Christan Akrap, Namensgeber und Geschäftsführer, hat uns in einem persönlichen und informativen Gespräch, alles über die Entstehungsgeschichte von AKRAP erzählt.

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Die Wurzeln von Christian Akrap liegen in Kroatien. Nach einem Besuch bei seinem Bruder in Kroatien, ist ihm auf der Heimfahrt im Auto, die Idee mit dem Kaffee gekommen. Aber so richtig Ahnung von Kaffee hatte er eigentlich zu Beginn nicht. Also musste ein Partner her, ein Konzept erstellt werden, Kontakte nach Afrika und Südamerika geknüpft werden. Fast 1 1/2 Jahre Planungszeit vergingen, ehe man das erste Mal den eigenen Kaffee probieren konnte.
Christian Akrap ist ein sehr bewusst lebender Mensch. Es war ihm wichtig von Beginn an, nachhaltig, fair und ökologisch zu arbeiten. Nicht nur die Qualität des Endprodukts muss stimmen, sondern auch die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung für diejenigen, die am Beginn der Kaffeeproduktion stehen. Die Kaffeebauern und deren Familien!

Deswegen wird bei AKRAP mit dem Direct Trade Konzept gearbeitet. Wie, Direct Trade noch nie gehört?! Was ist das und wo liegt der Unterschied zu Fairtrade?!
Der große Unterschied liegt im Qualitätsstandard der Kaffeekirschen die verkauft werden. Die Kaffeebauern werden angehalten, nur reife und damit hochwertige Kaffeekirschen zu ernten und zu liefern. Sie müssen regelmässig ernten, werden dadurch auch öfter und fairer bezahlt. Das erhöht natürlich auch die Motivation bei den Bauern vor Ort. Hart zu arbeiten, auf die Qualität zu achten und ein tolles Produkt zu liefern. Meist im direkten Kontakt mit den Röstern, ergeben sich da teilweise tolle Beziehungen zwischen Kaffeebauern und Kaffeeherstellern.
Beim Fairtrade hingegen wird meist nur einmalig und in großen Mengen geerntet. Auf die Qualität der Kaffeekirschen wird nicht so sehr geachtet. Alles wird verkauft, alles verwertet, sogar die Kleinsten und qualitativ noch nicht ausgereiften Kaffeekirschen. Die Bauern liefern die geernteten Kirschen zu großen Kooperativen, die dann den Kaffee an Kaffeeröster und Produzenten weiterverkaufen.
Die Kaffeebauern vor Ort werden meist nur einmalig bezahlt, und das auch erst, wenn der Kaffee beim Produzenten angekommen ist. Was kurzfristig Geld bringt, aber wenn sich während des Jahres Engpässe ergeben, kann es schon mal knapp werden.
Und genau da setzt das Direct Trade Konzept an. Zum einen hoher Qualitätsstandard und zum Anderen wird die harte Arbeit der Kaffeebauern wertgeschätzt und gerecht entlohnt. Ich will damit nicht sagen, dass Fairtrade nicht gut ist! Aber es ist toll zu sehen, dass sich manche Menschen Gedanken gemacht haben, noch einen Schritt weiter gedacht haben und das Handeln mit Kaffee (übrigens neben Erdöl, der am zweithäufigsten gehandelte Rohstoff weltweit) ökologischer und fairer gemacht haben. Für alle!

Um die Qualität des Endprodukts hoch zuhalten, wird bei AKRAP jährlich nur 1-2 mal Kaffee eingekauft. Die rohen Kaffeebohnen lassen sich hervorragend lagern. Geröstet wird nördlich von Mailand. Alle drei Wochen wird in Kleinchargen (etwa 30kg) geröstet und bei Bedarf nachbestellt. Durch die kleinen Mengen kann ein perfekter Röstgrad erreicht werden, was dem Kaffee sein einmaliges Aroma verleiht und sich in der Qualität widerspiegelt. Natürlich hat Qualität immer seinen Preis, aber wenn man drüber nachdenkt was für ein Aufwand dahinter steckt, dann ist der absolut gerechtfertigt und ich bin bereit für etwas wovon ich überzeugt bin, auch gerne ein paar Euro mehr zu zahlen.

Aus einer spontanen Idee, viel Liebe zum Detail und einem kleinen Büro mit Raum für Verkostungen und Kaffeeschulungen, ist in den letzten vier Jahren ein großartiger Ort für Kaffeegenuss entstanden. Durch die steigende Nachfrage nach gutem Kaffee, in der Nachbarschaft, ist das gemütliche Ecklokal gewachsen und zu dem Ort geworden, der er heute ist. Samstag Nachmittags kanns in dem kleinen Lokal schon mal kuschelig werden, aber man trifft dort immer sympathische Leute und steckt urplötzlich mitten in einem Gespräch mit gleichgesinnten Kaffeeliebhabern.

Aber nicht nur dort kann man den Kaffee genießen. AKRAP versorgt bereits einige Gastronomiebetriebe mit ihrem Kaffee, die meisten im nahen Umkreis zur Espressobar selbst. Achte mal bei deinem nächsten Café oder Restaurantbesuch, welcher Kaffee angeboten wird.
Und auch fürs Office bieten sie eine klasse und nachhaltige Lösung an. Eine Alternative zu Nespresso und Co. Ökologische Pads die keinen Alumüll erzeugen. Wenn du dich fürs eigene Büro, für AKRAP Kaffee entscheidest, stellen sie dir eine hochwertige Maschine zur Verfügung (inkl. Wartung). Wenn die tolle Kaffeequalität und das Service nicht dafür sprechen es einfach mal auszuprobieren, dann weiß ich auch nicht. Es lohnt sich!

Die Zukunftsvisionen von Christian Akrap sind ein zweiter Standort mit einer Espressobar und noch mehr Gastronomiebetriebe mit Kaffee zu beliefern. Ein Kaffeeprojekt, das schon viele Kaffeeliebhaber begeistert und in Zukunft sicher noch einiges an Aufmerksamkeit bekommen wird und ich natürlich selbst im Auge behalten werde.

Schau mal in der AKRAP Espressobar vorbei. Tauche ein in die Welt des Kaffees und gib dich dem ehrlichen und echten Kaffeegenuss hin. Wir freuen uns schon auf unseren nächsten Besuch.

Euer Flo & Eure Kathrin

AKRAP Espressobar
Königsklostergasse 7 (Ecke Theobaldgasse)
1060 Wien
www.akrapcoffee.com

 

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2 Kommentare zu „Kaffeegenuss 2.0

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