In meiner Mitte [Tagebuch]

Endlich bin ich so richtig angekommen. Nach 3 Wochenenden gemeinsam mit Andi Pürzel und meinen Ausbildungskollegen, fühl ich mich jetzt richtig wohl in der Gruppe. Man kennt sich untereinander schon ein bisschen, ist über den klassischen Kennenlern-Smalltalk hinaus. Ja man möchte fast sagen, Freundschaften entstehen hier. Und sie treffen auf nahrhaften Boden. Ziehen wir doch alle am selben Strang und gehen den gleichen Weg. Kein Konkurrenzkampf, sondern ein gegenseitiges unterstützen. Sei es bei Anatomie-Lernfragen, dem motivieren beim Trainieren oder Fragen zur Trainingsplanung und Übungsauswahl. Jeder gibt und nimmt. Ein Gleichgewicht. Alle sind in ihrer Mitte. Vor allem ich fühl mich so.

 

Aber was bedeutet das, in seiner Mitte sein?!

Für mich ist das dieses feine Gefühl, dass durch den Körper strömt, dass einfach alles gut ist. Dieses bekräftigende Gefühl, dass dies der richtige Weg ist. Das Sein im Hier und Jetzt. Volle Aufmerksamkeit und Fokus. Spaß kommt auch dazu, die Freude am Tun. Natürlich auch eine gewisse Neugierde und Spannung, was erwartet mich.

WOW- und AHA-Momente

Diese kommen bei der Ausbildung auf jeden Fall nicht zu kurz. Ja irgendwo hat man das schon mal gehört oder davon gelesen, Bro-Science eben. Alles ist vertraut und doch neu. Mein Blickwinkel hat sich verändert. Vieles läuft nicht mehr eindimensional ab, sobald man tiefer in die Materie eintaucht. Einzelne Dinge die man vorher wusste oder geglaubt hat zu wissen, werden nun durch Fakten wie ein Puzzle zusammengefügt. Alles ergibt dann plötzlich einen Sinn. Ok alles nicht, aber mehr als vorher. Ich weiß nicht ob ich jemals den Punkt erreichen werde, wo alles einen Sinn macht. Aber wenn ich jeden Tag, dem ganzen ein Stückchen näher komme und meinen Weg kontinuierlich gehe und neues lerne, dann bin ich sehr zufrieden.

Die Körpermitte

Einen Tag lang hat sich alles um dieses wichtige Thema gedreht. Viel Information und Wissen verpackt in Praxis und reichlich Spaß. All das gelernte gleich am eigenen Körper erfahren und spüren. Bewegungen werden plötzlich anders wahr genommen, man entwickelt ein anderes, ja sogar besseres Körpergefühl. Das soll nicht nur uns selbst helfen, aber wir wollen dieses wissen ja auch später weiter geben.

Die Wirbelsäule als größte Stütze unseres Körpers, ohne sie könnten wir nicht aufrecht gehen. Die Bauchmuskulatur, Core oder Rumpfmuskulatur (viele Namen und eigentlich beschreiben alle das Gleiche), die unsere Wirbelsäule schützt und kräftigt, die uns nach links und rechts drehen lässt, uns ermöglicht, dass wir uns nach vorne beugen können. Unsere inneren Organe schützt. Weil die befinden sich alle wo?! Ja genau. In unserer Körpermitte.

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An dieser Stelle muss ich einen kurzen Zeitsprung machen, zurück zu dem Wochenende mit Harald Suntinger. Humanbiologie. Zurück in die Schulzeit. Ja klar Biologie hat mich immer schon fasziniert, war eines meiner Lieblingsfächer damals. Und ich wusste schon ne Menge. Aber das alles nochmal zu hören, nach so langer Zeit. Nachdem ich die Möglichkeit hatte, geistig etwas zu reifen (Ich habs wirklich versucht, ehrlich) ;-) Ich habe jetzt die Möglichkeit, Dinge zu verstehen, für die ich vor 10-15 Jahren einfach noch nicht bereit war, zu jung oder sie nicht verstehen wollte.
Faszinierend wie alles im Körper zusammenarbeitet. Wie das Herz automatisch schlägt, sich Sauerstoff von der Lunge holt und ganz von alleine all unsere Organe und das Gehirn versorgt. Einfach so. Wie Muskeln kontrahieren und sich entspannen. Alles durch simple Energieproduktion im Körper, die automatisch passiert.
Unglaublich was der Mensch eigentlich alles kann. Und unfassbar, wie sorglos manche Menschen mit ihrer körperlichen Hülle umgehen.

Anatomisches Institut in Wien

Samstag Morgen. Eine kleine Gruppenexkursion. Ein Novum in der Ausbildung zum Strength Coach. Konnten wir das theoretisch im Unterricht gelernte, an Präparaten praktisch beobachten, angreifen und davon lernen. Bewusstseinserweitender Unterricht sag ich immer zu Kathrin. Ich war und bin noch immer echt fasziniert. Berührungsängste hatte ich keine, zu einmalig die Chance und die vorhandene Zeit wollte ich so gut es ging nutzen, um so viel wie möglich zu lernen und mitzunehmen. Wenn ich an mir runterschau, noch immer unvorstellbar, dass alles Platz findet. Platz in meiner Körpermitte.

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Und das führt mich wieder zurück. Zurück zum Training, um meine Körpermitte zu kräftigen. Um stabil und aufrecht durchs Leben zu gehen. Jeden Tag ein bisschen was tun. Sich bewusst werden wofür man seinen Körper braucht, um nicht bei den kleinsten Bewegungen aus dem Gleichgewicht zu geraten, sich zu überlasten oder gar zu verletzen. Gesundheit und Langlebigkeit, darum geht’s mir. Darum sollte es uns doch allen gehen?! Damit wir unsere begrenzte Zeit hier, als „halbwegs“ gesunder Mensch genießen können.
Fasziniert von dem System, was ohne mein Tun läuft, Tag ein Tag aus. Einwandfrei seit 30 Jahren, dafür bin ich wirklich dankbar.

Ich freu mich auf alles was kommt, im Leben sowie in der Ausbildung. Wie ich mich bei der ersten Anatomieprüfung (schon nächste Woche!!!!) schlage, ob alles nach Plan läuft und was sonst noch so passiert, erzähl ich dir im nächsten Tagebucheintrag.

Euer Flo

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