Vom Leben gelebt oder das Leben leben?

Fernweh. Ist mir ein bekanntes Gefühl. Und dir?
Es zieht mich gedanklich oft fort, in ferne Länder, Kulturen, Traditionen, Lebensarten und natürlich zu den dort lebenden Menschen. Ja, deshalb reise ich gerne. Oder?
Bin ich dann mal fort von Zuhause, begleitet mich stets eine leichte unangenehme Anspannung. Kann mich nicht fallen lassen und den Orten die Möglichkeit geben, mir zu zeigen, wie wundervoll anderes, es auch gut sein kann. Ich kann es nicht genießen. Denn Genießen geht erst wieder daheim, wenn ich in den Erinnerungen schwelge. Wie bescheuert.
Ich frage mich woher dieses Unwohlsein stammt. Denn, in Wien sehne ich mich oft nach der Ferne, dem Unbekannten, dem großartigen Abenteuer.

Was zuletzt geschah

Mittlerweile habe ich in Wien wieder einen Alltag. Da ich mich Anfang Jänner selbstständig gemacht habe, musste ich mich an die neue Situation erst gewöhnen und herausfinden wie wo wann was.

Denn, endlich darf ich meinen Traum leben und mein eigener Chef sein. Was bedeutet das nun? Wie du vielleicht bereits weißt, bin ich seit einigen Jahren in der Fitness Branche und habe mich als Personaltrainer, in Kombination mit Mentaltraining und der Klangmassage, selbstständig gemacht. Warum? Weil ich mein Leben noch freier gestalten möchte – zumindest fühlt es sich seither so an.

Und trotzdem ist mir langweilig.

Ich tue das, was mir Spaß macht – Sport machen und mit Menschen zusammen arbeiten – meine Arbeit ist mein Leben. So wunderbar das klingt, so eintönig und vereinsamend kann es auch sein. Alles was ich tue, muss einen gewissen Mehrwert für meine Arbeit bieten. Dass passiert von ganz allein. Interessen orientieren sich ausschließen nur noch an meiner berufliche Karriere. Und wenn ich nach der Arbeit Heim komme, den Computer bereits heruntergefahren habe und nur noch mit mir bin, wer bin ich dann? Was mache ich dann? Was tue ich, nur für mich?

Diese Fragen haben mich seit längerer Zeit beschäftigt. Was ist mein Hobby, seit ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe? 
„Leben ist eingeschränkt, wenn nicht genügend Wertvolles wahrgenommen werden kann. Man den Ausgleich vernachlässigt und nur die Pflichten, die Arbeit und das Geforderte sieht.“ – Alfried Längle
Um das heraus zu finden, ist es notwendig die Welt zu erkunden. Die Augen wieder offen zu halten. Sich dem Unbekannten zu zuwenden und sich trauen.
  • Was macht mich neugierig?
  • Wo steigt mein Interesse, mehr zu erfahren und zu tun ?
  • Wobei kann ich einfach Spaß haben?
  • Wobei frei sein und loslassen?
Es gilt, mit mir in Kontakt zu kommen und heraus zu finden, was mir Freude bereitet. Zu Schulzeiten erfuhr ich das anders, da passierte einfach viel weil man einen riesen Freundeskreis hatte. Jetzt muss ich aktiv sein. Das ist wirklich neu für mich und sogar ein wenig anstrengend um ehrlich zu sein. Mir wird bewusst, das ich die Möglichkeit habe, mein Leben selbst zu befüllen. Mit allem was ich möchte, worauf ich Lust habe, dem vielfältigen Angebot, welches Wien bietet. Klingt eigentlich großartig. Doch oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Eine Herausforderung für mich ist es, auch mal allein in die weite Welt zu gehen und Dinge zu erleben. Es ist einfach anders, wenn man sich nicht an die beste Freundin oder den Freund klammern kann. Den anderen mal voraus schickt und fragt, „na, wie wars?“
Wahrscheinlich würde man das nicht von mir erwarten, aber ich bin doch recht schüchtern. ;)

Was darf ich nun daraus lerne?

Nicht abhängig von anderen Menschen zu sein. Wenn ich Bock auf einen interessanten Vortrag habe, Spazieren gehen oder einen Film sehen möchte, einfach machen, einen kurzen Roadtrip auch alleine starten, alleine Essen gehen. Das Ding ist, man muss es einfach tun. Sonst passiert nix im Leben. Und das ist dann langweilig.
Mein Wunsch war bis jetzt immer einmal in einem anderen Land zu leben. Wien ist langweilig, dachte ich zumindest. Ich lebe mein ganzes Leben schon hier. Und trotzdem habe ich beim nach Wien hinein Fahren/Fliegen immer dieses wohlige Gefühl im Bauch, „Gott sei Dank bin ich wieder daheim“.
Ich erwische mich immer wieder, wie ich Wien mit anderen Städten vergleiche. Als ob ich sicher gehen müsste, dass es wo anders nicht besser ist. Und doch kommt das Gefühl von Fernweh immer wieder auf.

Was bietet mir Wien nun?

Nicht umsonst wurde Wien zum 8 Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt. Was sehe ich also nicht was direkt vor meiner Wohnungstür stattfindet?

20170223-IMG_0259

Ich stelle mir nun selbst die Aufgabe:
Alle zwei Woche etwas Neues in oder um Wien zu entdecken. Orte, Veranstaltungen, Märkte, Konzerte, Musicals, Ausstellungen, Vorträge und Seminare, Sportarten etc. Denn ich möchte etwas zu erzählen haben und nicht ständig von der Arbeit sprechen. Das ist kurz ganz nett aber super langweilig, wenn es nichts anderes gibt, über das man sich austauschen kann. Und ich möchte auch nicht ständig philosophieren. Keine Frage ich liebe es, es erweitert meinen Horizont und ich bin ein sehr kopflastiger Mensch. Aber ich stelle auch fest, dass zu viel Denken nicht gesund für meinen Geist, und auf Dauer meiner Seele gar nicht gut tut.
Ich möchte Erfahren und Erleben, dass kann ich auch in Österreich. Dazu muss ich nicht immer gleich weit wegfahren, was mich sowieso stresst.
Manchmal sind es bloß die kleinen und dem Anschein nach banalen Dinge, welche plötzlich ganz viel verändern können und dem Leben wieder das gewisse Etwas geben, es aufregend, erfinderisch, abenteuerlich und bedeutend machen.

Conclusion

 Nachdem ich mich mit diesem Thema so intensiv beschäftigt habe, kam in mir endlich ein beruhigtes und beseeltes Gefühl auf. Ich liebe Österreich einfach. Fühle mich hier sicher und getragen. Dieses Gefühl brauche ich zum Leben.
Und was ich auch heraus finden durfte. Ich muss gar nicht weit reisen, um großartige Dinge zu erleben. Es stresst mich nun mal und ich brauche bestimme Voraussetzungen um mich auch im Ausland wohl zu fühlen. Daran kann ich arbeiten, wenn ich will. Aber zum ersten Mal weiß ich, dass ich gerne in Wien lebe und nichts verpasse. Und so verrückt das klingt, aber das nimmt mir einen enormen Druck.
Auf das ich viel Neues erleben darf und dir demnächst davon erzählen kann.
Love
Kathrin
Advertisements

welche Gedanken hast du zu dem Thema ?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s