Das Schicksal hat mich förmlich gerettet

Wer sich in die Selbstständigkeit wagt – die berufliche Unabhängigkeit – hat womöglich den ein oder anderen Moment der Unsicherheit. Gedanken wie, „in einem Angestellten Verhältnis wäre alles einfacher“ schwirren ab und an durch den Kopf. Am Ende des Monats hat man einen fixen Betrag an hart erarbeiteten Geldes, welches man oft wiederum für Güter und Leistungen ausgibt, die einem eine kurzfristige Befriedigung verschaffen..
Auch ich habe hin und wieder diese Gedanken. Sollte ich mir doch zusätzlich eine geringfügige Anstellung suchen, welche mir das Gefühl der Sicherheit geben könnte? Nun, es ist folgendes passiert…

Jene widerkehrenden Gedanken brachten mich dazu, ein Vorstellungsgespräch bei der Fitnessfirma XY zu haben. (Ich werde keine Namen nennen, im Grund kann man jede große Fitnesskette in Wien einfügen.)

Anfangs war ich noch ein kleines bisschen aufgeregt, doch die Nervosität verflog ganz schnell, als sich meine beiden Gegenüber mit einer Kurzzusammenfassung ihres Lebenslaufes bei mir vorstellten. Das klassische „Was wissen Sie über uns.“ und „Wieso sollten wir Sie nehmen.“ fand ich noch ganz nett. Als ich allerdings nach und nach über Zahlen und Verkaufstechniken meiner jetzigen Arbeit ausgefragt wurde, hat sich gefühlsmäßig etwas für mich verändert. Natürlich habe ich in großen Tönen von meiner derzeitigen Arbeitsstelle gesprochen – es ist auch meines Wissens das Einzige Studio mit diesem Konzept in Wien – schließlich wäre ich sonst nicht noch immer dort. Allerdings hat es mir auch gezeigt, in dem wie ich davon gesprochen habe, wie großartig die Arbeit und der Freiraum für mich dort ist.
Danach haben die Herrschaften von Ihrem „Firmen Konzept“ berichtet. Ich bemerkte, ich ging nicht zu 100% konform mit ihren Ansichten, schenkte dem aber noch keine große Beachtung.

Weiter im Gespräch…

Nach einer eintägigen Orientierungsphase wird beiderseits entschieden ob man den Vertrag unterschreiben möchte, um dann danach die „spezielle“ Ausbildung des Studios zu starten. Hier kam das Schicksal ins Spiel. Zum geplanten Start der Ausbildung, startet auch meine neue Ausbildung für das psychotherapeutische Propädeutikum, somit war klar, ich kann nicht teilnehmen. Im Nachhinein betrachtet wäre die Anstellung gefühlsmäßig ein Schritt zurück. Danke. Denn Leute ihr müsst wissen, ich freue mich schon so wahnsinnig auf die neue Ausbildung, weil das total meins ist und mich glücklich macht. Dank dieser Terminkollision bleib ich auf meinem Weg. Denn die Angst vor der Unsicherheit, hätte mich bestimmt zurück geführt und den Vertrag unterschrieben. (Obwohl ich ein ungutes Gefühl hatte..)
Nach der ausführlichen Erklärung vom Ausbildungsablauf, wurde mir klar in was für einem kontrollierten und unflexiblem System in diesem Unternehmen gearbeitet wird. An dem Punkt war das Gespräch für mich wie auf einer Bühne. Ich bin normal ein sehr zurückhaltender Mensch in neuen Situationen, doch hier hab ich mich schließlich aus meinem Schneckenhaus heraus getraut. Ich begann Fragen zu stellen, höflich, die man vielleicht nicht beim ersten Gespräch stellt. Haben die ja schließlich auch und das hat dann richtig Spaß gemacht. (An dem Punkt wusste ich schließlich auch, des wird nix mehr hier.)

Auch wenn aus dem Gespräch nicht das heraus kam, womit ich eigentlich gerecht hatte (eine Anstellung), durfte ich einiges lernen:

Ich bin ein Freigeist durch und durch.

Ich mag es nicht mich in Systeme zu zwängen und gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Ich bin so Dankbar.

Dankbar Selbstständig zu sein, mit allen Vor- und Nachteilen die diese Art von Arbeit bringt.

Ich kann meinem Gefühl auch mal vertrauen.

In „meiner Welt“ vergisst man manchmal, wie für manch andere das Arbeitsleben aussieht. Ganz einfach weil man die negativen Dinge verdrängt (aus meiner Erfahrung als Angestellte). Durch dieses kurze Reinschnuppern bin ich richtig wachgerüttelt worden. Ich möchte tun, was mir gut tut und selbst entscheiden, wie ich mein Leben gestalten und füllen möchte.

Eins ist mir wichtig Dir ans Herz zu legen.

Wenn dein Bauchgefühl nicht gut ist und das Äußere doch so makellos wirkt, vertrau auf dein Gefühl! Mein Gefühl hat mir die Kehle zugeschnürt. Das hatte ich erst bemerkt, als ich bei der Türe wieder raus bin. Denn mein ganzer Körper hat sich Wort wörtlich dagegen gesträubt wieder zurück in dieses überwachte und kontrollierte System zu gehen.
Leute bitte, verwirklicht eure Träume, alles ist möglich. Alles was DU dir vorstellen kannst. Ja natürlich ist es anstrengend. Aber willst Du ein einfaches Leben, in dem du immer nur reaktiv (ausschließliches reagieren auf Situationen) mitwirkst? Einen vorgetrampelten Pfad entlang laufen, bis du schließlich als pessimistischer und nörgelnder Mensch die Pension antreten darfst? Oder freust du dich auf das Abenteuer, dass das Leben für Dich persönlich bereit hält? Geschichten erleben, die du noch deinen Enkelkindern erzähl wirst? Dazu gehört es, die atemberaubenden Höhen zu erleben, so wie an den lehrreichen Tiefen zu wachsen. Denn das, ist das Leben. Bei jedem einzelnen da draußen, egal wie schön und lustig die Bilder auf Instagram, Facebook und Co. sind.

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Schrecke nicht zurück vor dem Ungewissen, siehe die unendliche Vielfalt an Möglichkeiten. Warum auch immer wir verlernt haben die Herausforderung anzunehmen und spielerisch mit ihr umzugehen. Denn eines ist sicher, das Leben bringt jedem Herausforderung, egal ob du ein reaktiv oder proaktiv lebender Mensch bist. So ist das vorbestimmt worden, das macht das Mensch-Sein aus. Allerdings als proaktiver, selbstbestimmender Mensch entscheidest Du über Dein Leben.

PS: Würdest du die Herausforderung nicht auch „lieben“, so müsstest du noch immer auf allen Vieren krabbeln. :)

PPS: Hol Dir Hilfe, wenn du nicht weißt, wie und wo Du zuerst anfangen sollst. Es gibt wunderbare, inspirierende Begleiter die Dich auf deinem Weg unterstützen. Auch ich habe meine ganz persönlichen Begleiter an meiner Seite.
Auf www.kathrinsalcher.at/mentaltraining findest du Informationen über das mentale Training, welches Dir in dieser Aufbruchsphase in deinem Leben eine große Unterstützung ist.

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LOVE

Kathrin

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2 Kommentare zu „Das Schicksal hat mich förmlich gerettet

  1. Sehr schöne Beschreibung deiner Körperempfindung beim Verlassen des Vorstellungsgesprächs! Ich freue mich immer sehr über solche Momente, die ich selbst auch immer öfter habe.

    Danke für dein Plädoyer, das was du schreibst, genau darum geht es in einem selbstbestimmten Leben. Ich wünsche mir, dass möglichst vielen Menschen das klar wird und sie es wieder erlernen.

    Alles Liebe!

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